Churfirsten für Mountainbiker: Walenstadt (428m) – Walenstadtberg – Alps Säls (1413m) – Laubegg – Weesen (431m)

Typ: mittelmässig anstrengende Mountainbike-Tour oberhalb des Walensee

Länge: 4h reine Fahrzeit

Kondition: mittel (3 von 5)

Schwierigkeit: schwierig, vor allem bergab (4 von 5)

Persönliches Urteil: Wunderbare MTB-Tour,  sehr einfacher Aufstieg mit einer technisch schwierigen und anspruchsvollen Abfahrt.

Einleitung

Einmal mehr locken die Churfirsten, dieses Mal aber auf dem Mountainbike. Die ausgeschilderte Mountainbike-Strecke, die ich beim Gochtlauf zum Teil schon erkunden konnte musste dieses Mal bezwungen werden.

An- und Rückreise

Mit dem Auto bis Weesen Bahnhof, von dort aus mit dem Zug bis Walenstadt – oder aber mit dem Auto bis Walenstadt, so dass man nach getaner Arbeit in Weesen das Supplement dem Walensee nach bis Walenstadt anhängen kann.

Wir entscheiden uns mit zwei Autos anzufahren und eines davon in Weesen zu lassen, so dass wir am Abend zum anderen Fahrzeug in Walenstadt fahren können.

Tour

Churfirsten Panorama
Churfirsten Panorama (iPhone Autostitch)

Die Tour startet in Walenstadt (für Weicheier gibt es die Variante Postauto bis Walenstadtberg) auf 428m. Wir finden den Weg durch das Dorf in Richtung Walenstadtberg (Höhenklinik). Auf der Teerstrasse geht es ohne besondere Vorkommnisse einigermassen anstrendend den Berg hoch. Obwohl die Höhenklinik visuell das Tal dominiert fährt man im Wald elegant darum herum und merkt gar nicht, dass man die 967m Marke nahe zu ihr schon überfahren hat. Es geht weiter stetig und gut beschildert über Schönegg (1148m) und Rugg (1290m) bergauf, bis man bei der Alp Schwaldis (1434m) eine erste Zwischenstation erreicht.

Wir treffen einen älteren Psychopathen, der laut vor sich hin redend mit einem Feldstecher in der Gegend herumrennt und anscheinend Gemsen und Steinböcke sieht. Wir sehen nichts. Leider fällt es dem brummligen Zeitgenossen nicht ein, uns den Feldstecher auszuleihen, aber ich würde ihn glaube ich auch nicht nehmen. Nachdem er laut wetternd ein Robidog-Säckli von einem Hündeler einen Meter weiter nach links befördert hat taut er auf und berichtet uns stolz, dass er neben den Tieren und Jägern auch ab und zu einen Base-Jumper sieht (wohl mit Wing-Suit), die sich von irgendwelchen Felsen stürzen und gegen Walenstadt fliegen / fallen.

Wir überlassen ihn seinem Schicksal und fahren weiter um die Sälser Schwamm herum in Richtung Alp Säls (1413m); hier hat es keinen Asphalt mehr sondern nur noch Kiesel. Von dort aus geht es nochmals 100 Höhenmeter hoch, bevor rechts der Weg in Richtung Gocht abzweigt; wir fahren mit dem Mountainbike auf dem Bergpfad “geradeaus” und schon leicht bergab.

Wurden wir vorher noch mit breiten Wegen und technisch Unanspruchsvollem verwöhnt so ändert sich dies jetzt schlagartig. Der Weg wird eng und wegen dem Regen in den letzten Tagen ist er auch ziemlich rutschig. Die ersten Kilometer gestalten sich schwierig. Wir müssen zeitweise absteigen da zu gefährlich ist (oder wir zu wenig Mut haben!). Exponiert sind nur ganz wenige Stellen (was man angesichts der Betrachtung der Churfirsten von der Autobahn her gar nicht glauben würde), aber es geht zeitweise doch recht steil runter (und hoch!) und es hat immer wieder grosse Steinbrocken im Weg.

In der Gegend von Stäfeli (1458m) und Laubegg (1373m) gibt es einige schöne Passagen, wo man seine Technik traininen kann. Bei Laubegg treffen wir auf ein paar Jäger und fragen nach dem Weg, welcher sich aber später als gut ausgeschildert herausstellt. Ab dort geht auch die schwierigste Passage los, in fussbreiten Serpentinenwegen mit engen Kurven geht es – zuerst über ein wenig Alpwiese, dann im Wald – ziemlich steil bergab. Bis Bidem ist für mich als mittelmässig Geübter nicht an konstentes Fahren zu denken, ich muss immer wieder absteigen und die engen Kurven laufen. Hier ist auch Vorsicht angesagt, wie erwähnt sind die Stellen zwar nicht exponiert, würde man aber talseitig um- und runterfallen wäre es schon ziemlich schmerzhaft.

Die schnittigen Veloschuhe ohne Knöchelschutz erweisen sich als Nachteil: Auf dem matschigen Waldboden sind sie einiges weniger Halt als die MTB-Finken.Mentale Notiz für’s nächste Mal vorher den Veloplus zu beehren. Auch die doppelseitigen Klickpedale wirken sich nicht zu meinem Vorteil aus und ich beschliesse, die Bärentatzen wieder zu montieren.

Ab Bidem (933m) wird die Strecke dann so richtig schön und wir fahren schwungvoll in Richtung Vorderbetlis zum Strandbad bei Stralegg (455m). Dazwischen sehen wir noch die beeindruckenden Seerenbachfälle (ein Ausflug für’s Wochenende wert?).

Nach der Pause beim Strandbad geht der Weg auf Asphalt weiter zurück nach Weesen, wo wir auch kurz später den Bahnhof wieder finden.

Fazit

Eine coole Tour, zum besseren Genuss hätte es vielleicht doch trockener sein müssen und ich hätte mir im Lauf der Saison noch die eine oder andere Sicherheit im technischen Bereich aneignen müssen. Aber trotzdem: Wohl investierte Zeit mit einem wunderschönen Panorama und einer anspruchsvollen Abfahrt. Was will man mehr?

Zuletzt gefahren am: 22. September 2012

 

 

 

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