Highlight im Tessin: Bidogno – Motto della Croce – Caval Drossa – Monte Bar – Capanna Monte Bar – Alpe Muscatina – Pian Sotto – Püfin – Bidogno

Typ: Wunderschöne Berg-Wanderung im Tessiner “Hinterland” mit exzellentem Ausblick auf Lugano und umliegende Regionen

Kondition: mittel (3 von 5)

Schwierigkeit: leicht (2 von 5)

An- / Rückreise

Mit dem Auto bis nach Bidogno (799m), dort einer gut beschilderten Parkplätze nutzend.

Mit dem Zug nach Lugano, dann weiter mit dem Niederflur-Bus und Bus über Tesserete nach Bidogno.

Wanderung

Die Wander-Winterpause ist aufgrund der zahlreichen familiären Verpflichtungen und geschäftlichen Reisen dieses Jahr spät beendet worden. Die erste Wanderung war dafür um so spektakulärer. Den Caval Drossa habe ich zufälligerweise bei einem – eher mühsamen – Besuch von Swiss-Miniatur in Melide entdeckt. An einem schönen sonnigen Tag, eben in jenem Melide weilend, habe ich aus Langeweile jenen Rücken am Horizont erspäht, mittels iPhone-App (Peakfinder) bestimmt und beschlossen, diesen am Folgetag zu bezwingen. Den höher liegenden Monte Bar haben wir dann “rein zufällig” noch mit in die Wanderung aufgenommen.

Mit dem Auto fahren wir (ebenfalls eher zufällig und nur über die Wanderkarte identifiziert) nach Bidogno und finden auch prompt einen Parkplatz, gut ausgeschildert. Den Grund für die vielen bereitwillig zur Verfügung gestellten Parkplätze finden wir später auf der Wanderung raus: Die Capanna Monte Bar ist ein beliebtes Ausflugsziel für Mountain-Biker, da zu ihr ein gut erschlossener Weg hochführt. Und die vielen MTB-ler müssen ja irgendwo ihr Auto abstellen können, wie wir auch.

Aber zurück zu uns: Im Dorf selber sind die Wanderwege verwirrend, so dass wir prompt zuerst in die absolut falsche Richtung loswandern. Erst nach einigem Suchen entdecken wir “unseren” angestrebten Wanderweg in Richtung Somazzo von wo aus wir über Ticin und Monte di Roveredo (1058m) in Richtung Motto della Croce (1393m) hochwandern. Dort (in Monte di Roveredo) verlaufen wir uns, so dass wir bei Bedolasca nicht wie auf der Karte gezeigt ziemlich orthogonal gegen die Höhenlinien in Richtung Piadone laufen, sondern eher wieder “retour” nach Borisio gehen. Erst dort verstehen wir die Landschaft (ein Risiko der sehr spontan geplanten Wanderung) und zweigen bei der Waldspitze oberhalb Borisio in Richtung Piadone ab, nachdem wir aber im wesentlichen den ganzen Bergkegel wieder traversiert haben.

Bei Monte di Roveredo
Bei Monte di Roveredo mit Blick nach Lugano
Blick von Motto della Croce
Motta della Croce

Der Blick von Motta della Croce ist sehenswert und hier fallen uns das erste Mal die zahlreichen Mountainbiker auf, die sich über die Fahrstrasse den Berg hochmühen, die einen fitter, die anderen weniger. Sie alle werden aber – wie wir – mit einem tollen Panorama belohnt.

Ab hier ist der Weg auf den Caval Drossa und weiter auf den Monte Bar klar zu erkennen.

Blick zum Caval Drossa und Monte Bar dahinter
Blick zum Caval Drossa und Monte Bar dahinter

Nach gut 60 Minuten ist dann auch der Monte Bar (1816m) erreicht, nachdem wir auf dessen Südwestflanke ziemlich direkt hochgeflaufen sind (vom Punkt 1489 her). Als Alternative kann man über die Capanna Bar hochlaufen, das ist ein bisschen weniger steil.

Der 360° Rundumblick ist fantastisch! Wir geniessen den Ausblick bevor wir uns über die Capanna Bar auf den Rückweg machen.

360° Rundumblick auf dem Monte Bar
360° Rundumblick auf dem Monte Bar

Der Rückweg über die Capanna Monte Bar (1600m) und weiter runter über die Alpe Musgatina (1390m) zurück nach Bidogno ist sehr gut beschildert und trifft irgendeinmal dann auch kurz die Strasse zwischen Bidogno und Albumo, bevor man unterhalb davon wieder im Wald läuft.

Über Püfin finden wir schliesslich zurück nach Bidogno, wo wir den Kreuzweg der Oratorio di S. Maria delle Grazie besichtigen.

Fazit

Die Wanderung kann grundsätzlich in beiden Richtungen (siehe Titel) begangen werden, wobei unsere Verirrung zu Beginn wohl eher eine glückliche Fügung ist, denn der Aufstieg in der gewählten Richtung ist einiges schöner und spektakulärer. Auf jeden Fall ist die Wanderung aber ein paar Stunden Zeit wert.

 

Gewandert am: 11. Mai 2013